WeinhausenPano201412

Die Gemeindevorsteher seit 1803

  1. Johann Martin Neth,  Ammann 1803 - 1818

  2. Paul Huber, Gemeindevorsteher 1851 - 1881

      seit 1862 Bürgermeister

  3. Christian Fichtl,  Bürgermeister 1881 - 1894

  4. Johann Lutzenberger, Bürgermeister 1894 - 1912

  5. Fritz Scheifele,  Bürgermeister 1912 - 1922

      Legte seinen Posten als Bürgermeister nieder, da er als Landtagsabgeordneter mit Arbeit überlastet war.

  6. Andreas Wind,  Bürgermeister 1922 - 1930

  7. Fritz  Lutzenberger,  Bürgermeister 1930 - 1942

  8. Josef   Schöner,  Bürgermeister 1942 - 1945

  9. Martin  Weber,  Bürgermeister 1946 - 1952

10. Ulrich  Bach,  Bürgermeister 1952 - 1972

11. Eingemeindung in Jengen, Bürgermeister Ludwig Bertele 1972-1996

12. Rudolf Rogg,  Bürgermeister  1996-2002

13. Franz Hauck,  Bürgermeister seit 2002

 

Nachfolgend einige Details zu Bürgermeistern oder Wahlen.

Bürgermeisterwahl vom 27.3.1960

Der Wahlvorschlag vom Jahr 1960.

Wenn noch jemand weitere in seinen Unterlagen hat, so nehme er bitte Kontakt mit mir auf!

Buchloer Zeitung im Dezember 1969

 

Bürgermeister Bach 65 Jahre

18 Jahre im Amt - Ehrung im Gemeinderat für vorbildliche Amtsführung

WEINHAUSEN wk - Die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres 1969 galt nicht den Problemen des Dorfes, sondern dem Jubilar Bürgermeister Ulrich Bach, der seinen 65. Geburtstag beging. Sein Stellvertreter J. Erhardt überbrachte ihm die herzlichsten Glückwünsche im Namen des Dorfes. Er verband sie mit einer Rückschau über die achtzehnjährige Tätigkeit des Jubilars. 1952 wurde Ulrich Bach zum Bürgermeister gewählt. Die Nachwehen der Kriegs- und Nachkriegsjahre waren noch überall zu spüren. Erhardt erinnerte an die großen Probleme, die damals der kleinen finanzschwachen Gemeinde bevorstanden.

    Es begann mit dem Schulneubau. Die Errichtung des Leichenhauses und des Gemeindestadels folgten. Der Straßenbau und die Renovierung der Lehrerwohnung waren weitere Stationen. Dazu kam in den letzten Jahren die Neugestaltung der Kirche und die Verwirklichung der Flurzusammenlegung. Die Bewältigung dieser Projekte sei in erster Linie ein Verdienst des Ersten Bürgermeisters gewesen, der viel persönliche Kraft und manche Tages- und Nachtstunde dafür am Schreibtisch geopfert habe. Dazu kam, daß er oft in Spitzenzeiten seinem Hofe nicht zur Verfügung stand und seine Familie die Bürde des Bürgermeisteramtes in seiner ganzen Tragweite zu spüren bekam.
    Erhardt wertete die neue Motorspritze, die Geräte, Schlauchmaterial, Alarmanlage, Löschwasserreserve und die Uniformen als einen Beweis für die Aufgeschlossenheit gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr.
 

Die Wehrmänner haben sich dafür 1968 mit dem Leistungsabzeichen in Bronze revanchiert. Zuletzt erinnerte der Zweite Bürgermeister an die Aktenstöße im Amtszimmer des Gemeindeoberhauptes. Sie zeugten von den vielen Verhandlungen mit dem Landratsamt und anderen Behörden, die notwendig waren, um all die genannten Projekte auch finanziell auf gesunde Füße zu stellen. Mit der Überreichung eines praktischen Geschenkes und abermaligen guten Wünschen schloß der Redner seine Laudatio.
    Pfarrer Rohrmayr dankte im Namen der Kirchengemeinde für die stets aufgeschlossene und verständnisvolle Zusammenarbeit und überreichte Bürgermeister Bach ebenfalls ein Präsent.
    Die Bescheidenheit und Lauterkeit des Jubilars ließen dieses Maß an Lob nicht zu. In seinen Dankesworten gab er zu verstehen, daß ohne die verständnisvolle Unterstützung und Zusammenarbeit der Gemeinderatsmitglieder und aller Bürger manches Problem nicht in der Weise hätte verwirklicht werden können. Leider ließ er auch durchblicken, daß seine Gesundheit und die familiären Gegebenheiten eine neue Amtsperiode wohl kaum mehr zuließen.

    Lehrer Krug überbrachte dem Mann, der sich für die schulischen Belange all die Jahre beispielgebend eingesetzt hatte, ein Tonbild, das ihm und den Anwesenden noch einmal das dörfliche Geschehen der letzten Jahre vor Augen führen sollte.

 

Buchloer Zeitung im September 1975

 

Am Grab von Josef Schöner

BUCHLOE bä - Eine große Trauergemeinde geleitete Josef Schöner, der nach kurzer Krankheit verstorben war, auf seinem letzten Weg. Zahlreiche Trauergäste, darunter auch eine Fahnenabordnung des Veteranenvereins, kamen aus Weinhausen, dem Geburts- und Wirkungsort des Verstorbenen. Josef Schöner, Sohn eines Gast- und Landwirts, teilte mit einer Schwester und zwei Brüdern das Elternhaus. 1925 schloß er mit der Gutsbesitzerstochter Viktoria Weber aus Buchloe den Ehebund und übernahm den elterlichen Betrieb. Angesehen und beliebt bei seinen Mitbürgern, bot er mit seiner Gattin allen eine gastliche Einkehr. Seinen Ruhesitz nahm das Ehepaar in Buchloe. Einen ehrenvollen Nachruf widmete ihm der Vorstand des Veteranenvereins Weinhausen, Johann Greiner, der seine Verdienste im Ersten Weltkrieg würdigte. Josef Schöner stand von seiner Einberufung 1916 bis zum Ende des Krieges an vorderster Front. Er war Teilnehmer der Somme-Schlacht sowie der schweren Schlachten bei St. Quentin und Reims. Josef Schöner hatte auch das Amt des Bürgermeisters übernommen. Fahnenabordnungen der Veteranen- und Soldatenkameradschaft Buchloe sowie des Musikvereins nahmen an der Trauerfeier teil.

 

Buchloer Zeitung vom 3. Dezember 1994

 

Ehre und Anerkennung bessern Gehalt auf

Ludwig Bertele seit fast 30 Jahren Bürgermeister

Jengen (mel). In der Gaststube breiten sich wohlige Wärme und Zigarettenrauch aus. Rund ein Dutzend Einheimischer sitzt an drei großen Tischen und lauscht aufmerksam den Worten Ludwig Berteles. Ab und zu kommentieren die Männer seine Ausführungen - mal mehr, mal weniger sachlich. Bertele bringt nichts aus der Ruhe. Bürgerversammlungen gehören schon lange zu seinem Alltag. Immerhin ist der 64jährige seit knapp 30 Jahren ehrenamtlicher Bürgermeister von Jengen.

1964 spornte Franz Eberle, damals amtierendes Gemeindeoberhaupt, den Landwirt und Gemeinderat Ludwig Bertele dazu an, das Amt des Zweiten Bürgermeisters zu übernehmen. Ein Jahr später starb Eberle - die Jengener wählten seinen Vertreter an die Spitze der Gemeinde. »Ich hatte mir das Amt wesentlich einfacher vorgestellt«, erinnert sich Bertele. Schließlich mußte er sich daheim auch noch um einen Bauernhof mit 15 Milchkühen und Ackerland kümmern: »Das war nur durch die Mitarbeit und das Engagement meiner Frau und meiner Kinder zu schaffen.« Erst 1992 gab Bertele, der nebenher auch noch intensiv Sport trieb, die Viehhaltung auf - in seinem Stall standen inzwischen 30 Kühe.

Anfangs 450 Einwohner

Als er erstmals in Jengen das Zepter schwang, zählte Berteles Gemeinde nur rund 450 Einwohner. Seine Frau unterstützte ihn als Schreibkraft in der Gemeindekanzlei.

 Bis 1987 war das Büro im Haus der Familie untergebracht. Bertele gibt zu, daß ihm Landwirtschaft und Bürgermeisteramt manchmal über den Kopf zu wachsen drohten:»Vor allem in den ersten Jahren gab es Frust.« Doch nach und nach habe er sich eingearbeitet.
Seit 1978 gehören in seinen »Regierungsbereich« auch die Ortsteile Weicht, Weinhausen, Beckstetten, Eurishofen und Ummenhofen. Die Gemeinde zählt zur Zeit knapp 2000 Einwohner. Von »Rentieren« könne man mit Blick auf das liebe Geld überhaupt nicht sprechen, sagt Bertele über sein Ehrenamt: »Doch das überlegt man sich anfangs nicht, sondern man denkt nur an die Ehre und das Engagement für die Allgemeinheit.« Als Aufwandsentschädigung habe er zwar nie den Höchstsatz bekommen, aber was ihm die Gemeinderäte zugebilligt hätten, sei angemessen. Was er verdient, will der 64jährige allerdings nicht verraten. »Interessant und lohnend macht das Ehrenamt die Anerkennung, die man von der Bevölkerung bekommt«, sagt er statt dessen.

Steckenpferd Baugeschichten

Berteles Steckenpferd sind »Baugeschichten«: »Darüber könnte ich stundenlang referieren«, schmunzelt er. Ob Straßen-, Hochoder Kanalbau, alles fasziniert ihn gleichermaßen. Als Highlights seiner Amtszeit bezeichnet er den Bau des Jengener Gemeindehauses und der Grundschule sowie die geplante Vollkanalisation. Bertele blickt zufrieden zurück: »Tiefpunkte gab es keine.

Außer einigen persönlichen Angriffen.« Doch eigentlich habe er alles durchgebracht, was er in der Gemeinde erreichen wollte. Außer als Bürgermeister ist Bertele auch noch in einer ganzen Reihe von Ausschüssen und Verbänden aktiv: Er steht seit 1993 an der Spitze der Verwaltungs- gemeinschaft Buchloe, gehört seit 1972 dem Kreistag Ostallgäu an, fungiert schon seit 1967 als Vorsitzender im Gewässer- und Erhaltungsverband und engagiert sich im Zweckverband »Wasserversorgung«. Darüber hinaus arbeitete er früher noch als stellvertretender Vorsitzender im Haupt- und Grundschulverband Buchloe.

1996 will der Bürgermeister, der vor knapp einem Jahr einen Herzinfarkt erlitt, sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen: »30 Jahre reichen. Sonst wird man noch betriebsblind.« Dann bleiben ihm noch der Sitz im Kreistag und im Zweckverband »Wasserversorgung«. Die anderen Ehrenämter sind an das Bürgermeisteramt gekoppelt. »Es wird sicher nicht leicht sein aufzuhören, wenn man viele Jahre im Rampenlicht gestanden hat«, sagt Bertele nachdenklich.

Einen Nachfolger hat er noch nicht gefunden. Bertele glaubt jedoch, daß sich junge Leute zunehmend für das Bürgermeisteramt als Hauptberuf interessieren: »Ehrenamtlich könnte das nur jemand machen, der einen Betrieb hat, der auch ohne ihn läuft.« Die Größe der Gemeinde fordere ohnehin bald einen hauptberuflichen Bürgermeister: »Neben Beruf und Familie kann man das nicht mehr schaffen.«

Buchloer Zeitung vom 16. September 1995

Geburtstagsfeier im Kreis der Familie
Jengens Bürgermeister Ludwig Bertele wird heute 65 - Bald mehr Zeit für Hobbys

Jengen (dh). Der Umgang mit Menschen ist es, den Ludwig Bertele an seinem Beruf so liebt. Denn als Bürgermeister erfährt er »viel Menschliches« und kann oft helfen. Trotz den wird er im März 1996 nicht mehr als Gemeindeoberhaupt in Jengen kandidieren. Denn: »Das Alter fordert seinen Tribut, es wird Zeit, das Amt in jüngere Hände zu geben«, sagt er. Am heutigen Samstag begeht Ludwig Bertele seinen 65. Geburtstag.

Groß feiern will der Jengener Bürgermeister diesmal nicht. Denn der 65. Geburtstag erscheint ihm »nicht so wichtig«. Bertele möchte den Tag im Kreis der Familie verbringen - mit seiner Frau Rosmarie, den drei Töchtern und den fünf Enkeln, an denen er ganz besonders hängt. Für sie will er auch in Zukunft mehr dasein, wenn er das Bürgermeisteramt aufgibt.

30 Jahre lang widmete der gebürtige Jengener seine Zeit vor allem dem Gemeinwohl. Er, der »nie vorhatte, Bürgermeister zu werden«, übernahm nach dem Tod von Franz Eberle 1965 den Chefsessel in Jengen. Und blieb ihm fortan treu.

Vertrug sich das Ehrenamt anfangs noch gut mit seinem zweiten Beruf als Landwirt, mußte Bertele spätestens nach der Gebietsreform 1978 seine Freizeit arg einschränken: »In sechs Gemeindeteilen ist einfach ständig etwas los, da muß man sich fast den ganzen Tag engagieren, sonst kommt man nicht zurecht«, erklärt der Träger des Bundesverdienstkreuzes.

 

Vor allem nach einer schweren Herz-Operation vor eineinhalb Jahren begann er sich deshalb zu fragen, »was noch sinnvoll und machbar ist«. Und so entschloß er sich, künftig mehr Zeit für Familie, Haus und Hobbys - Bertele fährt Rad, wandert und


Ludwig Bertele feiert heute seinen 65.Geburtstag.

Foto. Daniela Hollrotter

läuft Ski - aufzuwenden. Auch wenn ihm »anfangs einiges abgehen« wird, »vor allem der Kontakt zu den Menschen«.

Vielleicht bleibt er aber auch über das FühJahr 1996 hinaus noch politisch aktiv. Denn wenn »Partei und Wähler das wünschen«, würde er sich wieder für den Kreistag zur Wahl stellen. Und auch in der Gemeinde möchte er, falls man ihn braucht, noch mithelfen. Nur »Dazwischenreden« wird er seinem Nachfolger nicht, sagt Bertele bestimmt: »Wenn man da draußen ist, muß man auch draußen bleiben«.

Weichen für Zukunft gestellt

Die Weichen für die Zukunft Jengens hat er in den vergangenen Jahren ohnehin schon gestellt: Die Baugebiete Beckstetten-Reute, Schafstadel (Weicht) und das Gewerbegebiet Jengen sind beschlossen, die Wasserver- und Abwasserentsorgung sind auf dem Weg. Dazu erfüllte sich Bertele mit dem Bau des Kindergartens und der Grundschule einen großen Wunsch: »Vor allem die Schule ist ein Geschenk. ich habe fast nicht mehr damit gerechnet

Doch jetzt, mit 65, sei er »verbraucht«, könne er »keine neuen Ideen mehr einbringen«, meint Bertele. Außerdem befürchtet er, nach so vielen Jahren im Amt »betriebsblind« zu werden. Einen Wunsch hat der Jengener Bürgermeister jedoch noch: Daß das Bürgerheim in Weinhausen noch bis zum Ende seiner Amtszeit im Mai 1996 fertiggestellt wird.