WeinhausenPano201412

Buchloer Zeitung vom 25.02.1967

 

Verdienter Mitbürger feiert Geburtstag

Zu vielen Ämtern im Heimatdorf hat sich Johann Greiner zur Verfügung gestellt

Weinhausen. Heute Samstag feiert Johann Greiner seinen 67. Geburtstag. Der Jubilar ist ein gebürtiger Weinhauser. Er entstammt einer kinderreichen Familie. Seine Jugendzeit war sehr entbehrungsreich. Auch ihm fiel, wie es damals so üblich war, das Los eines Hütebubens zu. Ingenried, Leinau und Apfeltrang waren so die Dörfer, wo er im Dienst stand.

In den zwanziger Jahren arbeitete er vier Jahre auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Pforzen. An die Inflation kann sich der Jubilar noch sehr deutlich erinnern. Für zwei Monatslöhne konnte er sich gerade noch zwei Zigaretten kaufen. Anschließend arbeitete er in der benachbarten Ziegelei in der damals neuerstellten Trocknerei.

In den Jahren 1928/29 erweiterte er seine landwirtschaftlichen Kenntnisse in der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren. Auf das Drängen des damaligen Landwirtschaftsdirektors Aumüller arbeitete er während der beiden Kurse in der Wesermarsch bei Oldenburg. In den ersten vierzehn Tagen war für- den wackeren Schwaben das Plattdeutsch ein Buch mit sieben Siegeln. Doch dieses Hindernis war bald bezwungen. Der „junge Mann" mit Familienanschluß hatte es auch nicht versäumt, der Insel Helgoland seine Reverenz zu erweisen. Nach dem Abschluß der Landwirtschaftsschule verbrachte Johann Greiner, wiederum auf Drängen seines ehemaligen Direktors, eine geraume Zeit in der Schweiz. Dem benachbarten „Musterländli" gilt auch heute noch seine Zuneigung, zumal er sich bereits in den Jahren 1926/27 die erste „Bergerfahrung" auf einem Betrieb in der Birgsau bei Oberstdorf erwarb. In der Nähe von St. Gallen arbeitete er einige Zeit als verantwortlicher Baumeister auf einem umfangreichen landwirtschaftlichen Betrieb.

Gerne wäre er in der Schweiz geblieben, doch der elterliche Betrieb wartete auf ihn. Die Zeit der Lehr- und Wanderjahre war dahin. 1936 schloß er die Ehe mit Karolina Schönwetter in Langerringen.

Johann Greiner hat sich in zahlreichen Ämtern seinem Heimatdorf zur Verfügung gestellt. Seit 1956 ist er Mitglied des Gemeinderates. 1957 wurde er erstmals Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes, zu dem er heuer wiederum gewählt wurde. Lange Jahre begleitet er schon das Amt des Veteranenvereinsvorstandes. Er war selbst aktiver Soldat in beiden Weltkriegen. Mitglied der Kirchenverwaltung und Rechner der Käsereigenossenschaft runden das Bild des noch so aktiven Jubilars ab. Gerne würde er jetzt den völlig umgebauten Hof einem seiner beiden Söhne übergeben. Heuer soll der Altensitz bezugsfertig werden. Einen sorgenfreien und gesunden Lebensabend wünscht ihm die ganze Gemeinde sowie die Heimatzeitung.