WeinhausenPano201412

Zur Kirchenrenovierung in Weinhausen von 1965-1967

Kleine Landchronik                                                                                 Buchloer Zeitung            ca. 1967

Dem Künstler ein großer Wurf gelungen
Kirche in Weinhausen erhielt mit den fünf Chorfenstern eine weitere Bereicherung

Weinhausen. (wk) Das geduldige Warten auf die Gestaltung der Chorfenster hat sich gelohnt. Die fünf Chorfenster sind nach den Entwürfen von Pater Bernhard Weißhaar und unter Mitwirkung von Pater Gabriel in Farbe verglast worden. Wer jetzt das Gotteshaus betritt, wird sich diesem neuen Höhepunkt kaum verschließen können. Die Farbkomposition und der theologische Gehalt läßt jeden Betrachter, ob Laie oder Sachkenner, erahnen, welch großer Wurf dem Künstler hier gelungen ist. Eine namhafte Firma in München hat die Ideen eines Künstlers verwirklicht, die in der näheren und weiteren Umgebung kaum zu finden sind. Diese hervorragende Arbeit ist das Ergebnis langwieriger und intensiver Studien von P. Bernhard.

Das erste Fenster von rechts nach links zeigt Johannes, der das neue Jerusalem schaut. Im zweiten Fenster ist die Verklärung auf dem Berge Tabor dargestellt. Im dritten Fenster wird von der Heilung des Blindgeborenen berichtet. Das Fenster hinter dem Altar zeigt den Stammbaum Jesu. Im fünften und letzten Fenster fand das Passahmahl seine Würdigung:

Die vielen Besucher, die bis jetzt ihr Interesse an der Neugestaltung des einzigartig kulturgeschichtlich bedeutsamen Denkmals im Landkreis Kaufbeuren bekundet haben, werden diese Bereicherung bestimmt zu einem erneuten Besuch der Kirche in Weinhausen wahrnehmen.
 

Buchloer Zeitung am 15.2.1967

Wertvolle Bereicherung für das Gotteshaus
In 14 Motiven wird einprägsam das Ziel eines Christen dargelegt

Weinhausen. Wenn die Gläubigen jetzt ihr Gotteshaus betreten, werden sie bereits an der Türe auf den Inhalt und den Sinn ihres Glaubens hingewiesen. Nach Entwürfen von Pater Bernhard Weißhaar, dem leitenden Künstler der Kirchenrenovation, haben zwei ehemalige Absolventen des Gymnasiums St. Stephan in Augsburg unter Leitung des Künstlers 14 in Kupfer getriebene Motive geschaffen, die eine sehr wertvolle Bereicherung für :das Gotteshaus darstellen. Augenfällig und einprägsam wird dem Beschauer das Ziel eines Christen dargelegt.
    Der untersten Reihe liegt der Gedanke zu Grunde: Der Mensch mache sich die Erde untertan. Die Handarbeit, die Mithilfe der Technik und die Geistesarbeit finden ihren Ausdruck in den Bildern: Die Frauen bei der, Stallarbeit, der Einsatz des Mähdreschers und der Wissenschaftler in seiner Studierstube.
    Die zweite Reihe deutet auf den Gedanken hin: Der Mensch muß Gott erkennen. Beispie- le aus dem Alten Testament wie Moses und ;der brennende Dornbusch und Jakob und die Himmelsleiter, sowie aus dem' Neuen Testament Jesus am Jakobsbrunnen sollen Zeugnis dafür sein.
    Die dritte Reihe: Der Mensch, der Gott erkennt, muß ihn auch durch das Opfer als seinen Herrn und Schöpfer anerkennen. Als Sinnbild gelten hier aus dem Alten Testament das Opfer Abrahams und der Hohepriester Melchisedech.
     In der vierten Reihe wird der Mensch gezeigt, der durch Opfer und Kreuz zur Auferstehung gelangt. Als Beispiele aus dem Alten Testament hat der Künstler gewählt: Jonas wird aus dem Leib des Fisches gespien, die Auferweckung des Lazarus, Simson trägt die Gefängnistüren fort.
    Die oberste Reihe ist zugleich der Höhepunkt. In der Mitte der Herr als Weltenrichter, der Gebieter über Sonne, Mond und Sterne, der die Menschen richtet nach den Werken ,der Barmherzigkeit. Erhöht zu seiner Linken ,der Heilige Martin und zu seiner Rechten die Heilige Elisabeth von Thüringen.
    Die Sakristeitüre weist in drei Motiven auf die Aufgaben der Diener im Heiligtum hin. Sie stellen dar: die Berufung des Isaias zur Verkündigung des Wortes, sowie Samuel und Eli als das Beispiel des guten und des schlechten Verwalters.

 

Zur Altarweihe im Jahre 1969