WeinhausenPano201412

Die Festwoche ist vorüber:

Tausend Fronstunden zum tausendjährigen Bestehen

Feuerwehrhaus und Fahne des Veteranenvereins geweiht - Konzelebration mit Abt Vitalis Maier
 

WEINHAUSEN wk - Die Tausendjahrfeier ist vorüber. Höhepunkte waren dabei die Konzelebration des Abtes Vitalis Maier, Ottobeuren, mit einer Reihe von Geistlichen, zu der er eines der größten Kleinodien der Abtei, den wertvollen Ulrichskelch, mitgebracht hatte. Aber auch die Weihe des Feuerwehrhauses und die Weihe der restaurierten Fahne des Veteranenvereins waren Ereignisse, die in Weinhausen sicherlich nicht so schnell vergessen werden. Eine kleine Rückschau soll die Ereignisse noch einmal Revue passieren lassen.

Pater Gernot von St. Ottilien hielt den Patroziniumsgottesdienst, der von der Schola der Landjugendgruppe Weicht und Umgebung mit Psalmen umrahmt wurde. - Am Montag gestalteten 37 Kinder des vierten Jahrgangs der Grundschule Ketterschwang einen Schülergottesdienst, in dem sie die rhythmischen Lieder mit Blockflöten und dem Orff-Instrumentarium begleiteten. Die Stabinstrumente, die Trommeln, Pauken und Rasseln wurden eifrig im Zweier- und Vierertakt bewegt und vereinten sich mit der guten Flötengruppe zu einem kindgemäßen Klangkörper.

Die Katholische Landjugendgruppe Weicht und Umgebung gestaltete einen abendlichen Wortgottesdienst, der zu einer einzigartigen Dokumentation der Geschichte des Ortes und seiner Stellung innerhalb des Weltgeschehens wurde.

Das Erbe fortführen

Zur Wochenmitte standen die Weihen der restaurierten Fahne des Veteranenvereins und die Einweihung des Feuerwehrhauses auf dem Plan. Die Veteranen und die Feuerwehrmänner marschierten mit klingendem Spiel der Kapelle Jengen zum Kriegergrab, wo Pfarrer Rohrmayr die Segnung vornahm. Vorstand Greiner bat vor allem die Jugend, das Erbe fortzuführen. Nach der Weise vom „Guten Kameraden" formierten sich die Männer abermals zu einem stattlichen Zug und marschierten zum neuerbauten Feuerwehrgerätehaus. Neben Bürgermeister a. D. Ulrich Bach hatten sich auch Bürgermeister Bertele und viele Bürger aus Weinhausen

 

und der näheren Umgebung eingefunden, um der feierlichen Einweihung beizuwohnen. Bach erinnerte an die 1000 Fronstunden der Bürger. Ihnen und den beteiligten Firmen dankte er herzlich für das gelungene Werk. Dann überreichte er den Schlüssel an Bürgermeister Bertele, der ihn wiederum zu treuen Händen von Kommandant Johann Greiner jun. übergab. Bertele war erfreut über diesen schönen Zweckbau und besonders von der hohen Zahl der aktiven Feuerwehrmänner beeindruckt. Er hielt es mit dem Spruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!" und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Weinhausen vor dem Roten Hahn bewahrt bleiben möge. Zur Verlesung kam auch ein Glückwunschschreiben von Bürgermeister Johann Heiß aus der Nachbargemeinde Weicht, der Weinhausen zu seinem seltenen Jubiläum die besten Glückwünsche aussprach.

Anschließend konzertierte die Musikkapelle Jengen unter der Stabführung von Kornel Knoll bei der Dorflinde. Die Musikklänge wurden von den Zuhörern recht beifällig aufgenommen.

Im Gasthaus Haußer nahm Kreisbrandinspektor Schwele, Buchloe, unter der Assistenz von Kommandant Greiner die Verleihung des bronzenen Leistungsabzeichens für die jüngste Gruppe der Wehr vor. Zwei weiteren Gruppen gratulierte er zur Ablegung der Vorstufe zum goldenen Abzeichen, wobei eine Gruppe mit null Fehlern abschnitt.

Ulrichskelch aus der Abtei

Einer der Höhepunkte war die Konzele-bration des Abtes Vitalis Maier, Ottobeuren, mit den Geistlichen Dekan Spies, Buchloe, den Patres Wilhelm, Winfried und Hermann von Ottobeuren, Pater Hermann von St. Ottilien und dem Ortsgeistlichen Pfarrer Rohrmayr. Abt Vitalis hatte zu dieser Feier eines der größten Kleinodien der Abtei, den unschätzbar wertvollen Ulrichskelch, mitgebracht. Für die rhythmischen Gesänge und deren Instrumentierung sorgten Frater Otto mit seiner Band vom Maristen-Colleg Mindelheim und die Sänger der Katholischen Landjugendgruppe Weicht und Umgebung.

- Die vielen Gläubigen blieben anschließend zu einem Diavortrag in der Kirche. Abt Vitalis zeigte hier die vielen Berührungspunkte der Abtei mit - Weinhausen auf.
Im Mittelpunkt standen die Patronin Felizitas mit ihren sieben Söhnen und der selige Abt Rupert. Der Abt lud alle Gläubigen ein, am darauffolgenden Sonntag mit der Abtei das Patrozinium des hl. Alexander, einem Sohn der Patronin, zu feiern.

Beethovenmesse

Doch dieser Tag war in Weinhausen einem weiterem Höhepunkt vorbehalten. Schon geraume Zeit vor dem Gottesdienstbeginn strömten die Menschen in die Kirche, die für viele nur noch einen Stehplatz zu bieten hatte. Über dreißig Gymnasiasten von St. Stephan in Augsburg waren mit ihrem Pater Anselm, dem Musikpädagogen der Schule, gekommen, um mit einer Beethovenmesse und deutschen Gesängen von P. Anselm die Zuhörer zu erfreuen. Pfarrer Rohrmayr, dem das wohlausgewogene Programm zu verdanken war, konnte für diese Eucharistiefeier Abt Johannes Maria Brettner von St. Stephan gewinnen. Es wird wohl lange dauern, bis die Kirchengemeinde abermals eine Eucharistiefeier von dieser Festlichkeit erleben wird, bei der junge Menschen unserer Tage zur Ehre Gottes, ob durch Instrumente, durch Gesang oder am Altar, ein Zeugnis wahren Glaubens ablegten.

Am Sonntagnachmittag wurde der Schulhof in ein Freilichttheater umfunktioniert. Die Katholische Landjugend Weicht und Umgebung bot ihren jungen und alten Zuhörern ein buntes Kaleidoskop von Einaktern und Liedern, wo die Lachmuskeln so recht auf ihre Kosten kamen.

Der Reflektor, der die Woche nachts das Gotteshaus zur Tausendjahrfeier anstrahlte, ist erloschen. Gegenwärtig bleiben aber die denkwürdigen Stunden, die den Beweis erbrachten, wie erstaunlich jung das tausendjährige Weinhausen geblieben ist.